logo

Alle packen an auf Lühesand

Auf dieser Seite sollen Berichte und Ankündigungen stehen - und zwar von allen für alle!

Die Website des KSH wurde gestaltet mit dem Ziel, euch möglichst aktuell vom Vereinsleben zu berichten. Gerne kann diese Seite auch als Pinnwand für die Suche bzw. das Angebot von Material wie Booten oder Zubehör aus "zweiter Hand" genutzt werden.

Wenn ihr Ideen habt, was hier stehen sollte, legt einfach einen Beitrag an. Das geht ganz einfach, indem ihr euch einloggt und links unten im Menü auf "Beitrag einreichen" klickt . 


 

Pünktlich um acht Uhr früh war Antritt am KSH. Fix wurden die Boote auf den Hänger gezurrt, die Fahrgemeinschaften gebildet und schon ging es los Richtung Medingen kurz vor Bad Bevensen.

Nach gut einer Stunde Fahrt erwartete uns gleich nach der Wassermühle im Ort ein kleiner Steg als Startpunkt. Die Ilmenau zeigt sich hier noch eher wie ein kleiner malerischer Bach, als wie ein befahrbarer Fluss. Petrus meinte es zusätzlich gut mit uns, der Herbst zeigte sich mit viel blauem Himmel und herbstlichen Sonnenstrahlen von seiner besten Seite.

Wir zwei Anfänger hatten uns für ein 2er Kajak entschieden, da wir mit der gemeinsamen Muskelkraft die für uns Respekt einflößenden gut 30 Kilometer bezwingen wollten. Aber schon in der ersten Schikane bemerkten wir, dass so ein langer Kahn nicht gerade wendig ist und man sich nicht nur auf das Steuer verlassen kann, sondern es zum Lenken ein eingespieltes Paddlerteam bedarf.Aber wir kämpften uns aus jedem Busch wieder frei und versuchten stets bereits in der nächsten Kurve die Profitipps umzusetzen.

In etlichen Kurven folgten wir der Ilmenau flussabwärts in Richtung Lüneburg. Dabei überraschte Bienenbüttel entlang des Ufers mit einigen Exponaten des Skulpturenpfades, die zum Teil gar nicht so einfach zu finden waren. Die Fauna lud uns ein Bekanntschaft mit einigen Schwänen zu machen, die uns zum Glück alle wohlgesonnen waren. Drei arktisblaue Eisvögel kreuzten flüchtig ebenso unseren Weg.

Nach gut zweidrittel des Weges gab es endlich eine Pause auf einer kleinen Wiese, bei der brüder- und schwesterlich die Proviante geteilt wurden. Aber eine ausgiebigere Pause war uns von unserem Fahrtenführer nicht vergönnt, da er gewissenhaft die Zeit im Blick hatte und wir die letzten 10 Kilometer noch vor Sonnenuntergang schaffen mussten. Gott sei Dank wurde der Fluss auf dem letzten Abschnitt deutlich breiter, gerader und ruhiger, so dass das letzte Drittel gefühlt in Rekordzeit geschafft war und wir noch vor vier Uhr anlanden konnten. Mittlerweile stand die Sonne bereits sehr tief, die Temperaturen sanken spürbar, so dass wir alle froh und auch stolz waren, die Strecke geschafft zu haben.

Ich denke ich spreche für die ganze Paddlertruppe, dass wir zusammen eine wirklich tolle Herbstfahrt hatten. Wir danken Floppe vielmals für die Organisation der Fahrt und für die Gestellung von Auto und Anhänger!

Text: Alex

photo 2022 11 18 20 10 33photo 2022 11 18 20 11 29photo 2022 11 18 20 11 23photo 2022 11 18 20 11 46photo 2022 11 18 20 12 06photo 2022 11 18 20 12 21photo 2022 11 18 20 12 26photo 2022 11 18 20 12 32

Viele helfende Hände beim Bootshausdienst

Einer der wichtigsten Tage in KSH – natürlich außer den vielen tollen Paddelterminen ;-) – ist der große Bootshausdienst vor dem Winter. Der vergangene Januar, als das Gelände gleich mehrfach überflutet war, hat nochmal gezeigt, wie essenziell das Hochlagern von Booten, Zubehör und Gartengeräten ist.

Klasse also, dass rund 60 eifrige Hände ab 10 Uhr kräftig mit anpackten. Der Wildwuchs an Böschung und Steg fiel Sense und Säge zum Opfer, die Büsche und Bäume rund ums Vereinshaus wurden gekappt, die Regenrinnen von Laubbergen befreit, die Gemeinschaftsspinde kräftig ausgemistet und der Ponton ins Winterquartier bei den Seglern gerudert.



Nach einer Kaffeepause bei massig leckerem selbst gebackenem Kuchen wurden dann alle zusammengetrommelt, um die schwerste Aufgabe des Tages zu bewältigen: Den Steg per Seil an Land zu befördern. Was dieses Mal nicht klappte, ohne dass ein heldenhafter Helfer in der eisekalten Bucht baden ging.

Dies alles bedeutet natürlich nicht das Ende der Saison. In der wärmenden Herbstsonne verabredeten sich einige Paddler gleich für eine Runde am nächsten Tag. Und dann stehen ja auch noch die Vereinsfahrten auf Ilmenau und Trave, die Nikolausregatta auf dem Ratzeburger See, ein Theorieabend zum Thema Sicherheit, das Wiedereinstiegstraining in der Schwimmhalle Over und, und, und... an. (Text: Britta / Fotos: Birgit, Britta)

Alsterkanäle im Herbst

Gar nicht genug kriegen konnte man im Oktober vom Wasser. Die Sonne, das bunte Laub, die frische Luft...Und so beschloss ein KSH-Trio am Tag nach dem Abpaddeln gemütlich auf der Alster zu gondeln.

Der Einstieg an der Rathenaustraße war schon mal etwas abenteuerlich, der als kanutauglich angepriesene Steg höher als gewohnt. Zur Not kam man aber auch direkt vom Land aus ins Boot. Und schon war man auf romantischen Wasserpfaden. Rotes, oranges und noch grünes Laub spiegelte sich in den glatten Flächen, immer wieder war das Ufer von pittoreskem alten Gemäuer, Türmchen und Brücken gesäumt. Je weiter es Richtung Außenalster ging, desto schicker die Villen. Wobei: Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten...

 


An der Außenalster ging's am eng besetzten „Bobby Reich“ vorbei - wie schön, wenn man da im Kajak etwas Abstand halten kann. Auf Suche nach einem Rundkurs dann via Rondeelkanal in den dschungelartigen Goldbekkanal. Zum Glück waren die als giftig verschrienen Alsterschwäne milde gestimmt, denn so richtig ausweichen konnte man ihnen dort nicht mehr. Ein lichter Durchgang und schon war die kleine Gruppe auf dem Stadtparksee – und in einer Sackgasse, wo auch der Herr vom Tretbootverleih keine Alternative anbieten konnte.

 

 

Also die Kajaks gewendet und auf dem gleichen Weg wieder entspannt zurück und die Schönheiten aus neuer Perspektive betrachtet. Doch inzwischen drückte auch die Blase. Die hohen Mauern am Ufer hatten zwar Trittleitern zum Aussteigen, aber viel Schutz zum schicken Leinpfad gab es da nicht. Also durchhalten, bis als Retter in der Not der Steg vom ACC auftaucht. Was für ein Glück! Der Sprint in die Keramikabteilung wurde dann auch noch mit leckerem Schokokuchen belohnt. Das sind echte Paddlerkollegen!

Gemächlich dann die letzten Kilometer zur Einstiegsstelle unter einem blauen Himmel und mit großstädtischem Treiben am Ufer: Hier wurde auf einem Steg geboxt, dort in der Sonne gebadet, in der Parks flaniert und Eis gegessen.

 

 

Und dann war er wieder da, der etwas zu hohe Steg... Nachdem die ersten zwei mit dem Ausstieg scheiterten, opferte sich heldenhaft die dritte Paddlerin (Christa!) - und plumpste prompt ins Wasser. Unbeirrt zog sie ihr Kajak an Land und leistet den anderen beiden, die somit trocken davon kamen, Hilfe. Einmal tief durchatmen, dann flux die Boote wieder verladen und sowas von entspannt nach einem perfekten Tag wieder Richtung KSH. (Text & Fotos: Britta)

Abschiedsfahrt auf der Reiherstiegrunde

Es kann gut sein, dass der Schleusenwärter, der die Reiherstiegtore bedient, seinen Augen an seinem letzten Arbeitstag für diese Durchfahrt trotz Ankündigung nicht so recht traute. Knapp 40 Kajaks nähert sich am 31. Oktober im herrlichen Sonnenschein der Anlage, die einen Tag später für mehrere Jahre geschlossen wurde. Der bunte Haufen, aus mehreren Vereinen zusammengesetzt, feierte auf Initiative des WVS ein letztes Hurra für die Runde durch den südlichen Hafen. Dass die Süderelben und der KSH ihre Hausstrecke noch einmal fuhren, war natürlich Ehrensache. Aber auch aus Kaltehofe und von Blankenese waren Paddler angereist, um noch einmal den Rundkurs zu genießen.

Bei rund 18 Grad überhaupt kein Problem. Mit der Strömung war die Schleuse fix erreicht. Und siehe da: Alle Paddler passten gemeinsam in den engen Raum. Offenbar ist der Reformationstag auch einer der wenigen Gelegenheiten, bei denen im Hafen mäßig gearbeitet wird. Die Einzigen, die eine Wellen machten - und das nicht zu knapp - waren die See- und Freizeitkajaks, die vielen Einer und ein Zweier, rasante Eigenbauten und edle Holzboote.

Ein bisschen Wehmut kam dann doch auf, als der bunte Trupp den „Aurora“-Sonnenstern und den Rethespeicher passierte. Nach der Retheklappbrücke galt es dann gegen das jetzt wieder auflaufende Wasser die Elbe zu queren. Aber auch hier: Keine Manöver mit riesigen Containerschiffen, keine aufgeregten Lotsenschiffe und ruhiges Fahrwasser. Wer schon dachte, die Sonne sei ob der Zeitumstellung bereits untergegangen, freute hinter der Kurve über wunderbares Abendlicht, das den Industrieanlagen einen romantischen Anstrich verlieh.

 

Hinter der Kattwykbrücke teile sich dann der Pulk – die einen hielten sich links, die andern nahmen die weite Kurve und das Schiffswrack der 1951 gesunkenen „Mountbatten“ noch mit, bevor es wieder mit der Strömung gen Heimathafen ging. Auf den letzten Metern zum KSH mussten dann doch noch die Lichter angeschaltet werden – die Dämmerung kam schnell.

Die Reiherstiegrunde wird in den kommenden Jahren so nicht möglich sein, die Schleuse von 1904 soll bis zum 31.12.2027 neu gebaut werden. Wer ins Viertel will, muss also den Weg unter der Kattwykbrücke hindurch und an der Köhlbrandbrücke vorbei nehmen – und auch so wieder zurück fahren. Bei den zusätzlichen Kilometern heißt es: Gut mit der Tide planen! (Text: Britta / Fotos: Birgit, Gesa, Gilda)

Prävention sexualisierter Gewalt im KSH

Sexuelle Übergriffe im Sport – ein heikles Thema mit schwimmenden Grenzen, oft schwer vermittelbar und für Betroffene manchmal auch gar nicht in Worte zu fassen. Und gerade deswegen so wichtig. Gut, dass auch der KSH jetzt eine PSG-Beauftragte hat. Im Gespräch erklärt Julia Weiß (32), was es damit auf sich hat.

 

Julia, Du bist unsere PSG-Beauftragte. Was bedeutet das?

PSG steht für Prävention von und Intervention bei sexualisierter Gewalt. Es gab und gibt genug Fälle, die nicht frühzeitig aufgeklärt oder gemeldet wurden. Deswegen hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über ihre Mitgliederverbände alle Vereine, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, dazu verpflichtet, einen Ansprechpartner zu stellen. Für uns hat die Hamburger Sportjugend die Richtlilien erläutert und uns in Bezug auf Prävention und Aufklärung geschult. Und die betrifft natürlich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern jedes einzelne Vereinsmitglied.

Warum ist das für uns als Verein so wichtig?

Wir sind ja ein sehr kleiner Verein, in dem fast jeder mit jedem Kontakt hat. Und das Thema Sexualität und Übergriffigkeit macht verletzlich. Umso wichtiger, dass wir Position beziehen und einen geschützten Rahmen schaffen, der zeigt, wie wir miteinander umgehen wollen. Damit wir eine gute Gemeinschaft sind, in der sich jeder wohlfühlt und sich auch traut, etwas zu sagen. Und der andere die Chance hat, über die Situation nachzudenken. Das macht ein echtes Miteinander aus und das wollen wir ja im KSH. Gerade auch, weil bei uns so viel freiwillig geleistet wird. Wenn wir auf die Art bewusster in Kontakt gehen und in Kontakt bleiben, ist das eine Chance, den Blick für unsere Umwelt zu erweitern - ganz unabhängig vom Sport.

Im Sport wird ja berührt, Z.B. bei Einweisungen, beim Kajak justieren. Wo ist die Grenze? Wo fängt sexuelle Übergriffigkeit an?

Intimsphäre und persönliche Schamgrenzen sind sehr unterschiedlich und individuell. Deswegen ist es so wesentlich, dass jeder sich jederzeit trauen kann, Unsicherheiten anzusprechen. Und für Trainer ist es wichtig, das Machtgefälle im Blick zu haben. Konkret heißt dass, auch selbst nachzufragen, ob man Grenzen bei seinem Gegenüber berührt. Aber auch ganz offen zu sagen, wo eigene Grenzen liegen. Das ist nicht einfach und geht auch manchmal nicht sofort. Man muss erstmal die Worte dafür finden, was da in einem vorgeht. Schön wäre natürlich, wenn sich jeder bei uns im Verein so gut aufgehoben fühlt, dass er oder sie die Situation im direkten Kontakt klären kann. Das ist aber natürlich ein Ideal. Und wo das nicht möglich ist, oder es einer Vermittlung bedarf, bin ich da.

Was hast Du für einen Hintergrund?

Ich bin gelernte Erzieherin und arbeite in einer psychiatrischen Mutter-Kind-Einrichtung. Dort habe ich viel mit Kindern und Erwachsenen zu tun, die Übergriffigkeit erlebt haben. Ich sehe immer wieder, wie sehr es daran krankt, dass man sich dem Gegenüber nicht mitteilen kann, dass man nicht klar sagen kann: Das möchte ich nicht. Weil es eben keinen Schutzraum gibt, weil man die eigenen Grenzen vielleicht auch nicht so wahrnimmt, keine Worte findet oder auch sich nicht zutraut, die Verantwortung für sich und die Situation zu übernehmen.

Hast Du für den KSH eine spezielle Schulung gemacht?

Ich hatte im Mai 2022 eine mehrstündige Weiterbildung bei Martin Zietlow von der Deutschen Sportjugend und dem Hamburger Kanuverband. Besonders gefreut hat mich, dass ich dort nicht alleine saß, sondern dass ganz viele Vereinsmitglieder die Chance genutzt haben, sich für die Thematik zu sensibilisieren. Wir haben viel über die Möglichkeiten gesprochen, sich selbst zu schützen, aber auch über die Hintergründe, um ein Schutzkonzept für den Verein aufzubauen. Darum kümmert sich mit mir zusammen Volker Knief. Als erste Maßnahme haben wir zum Beispiel die Notfallnummer von Zündfunke e.V. in den Toiletten ausgehängt, falls man sich lieber anonym melden möchte. Die stehen uns auch als Fachstelle beratend und unterstützend zur Seite. Und wer Interesse an einer Fortbildung hat, kann sich gerne an Martin Zietlow (040-7375560, montags 16-18 Uhr) wenden - er bietet regelmäßige PSG-Kurse an.

Wie kann man Dich erreichen?

Ich bin persönlich, telefonisch, schriftlich erreichbar. Eine Mailadresse und Telefonnummer sind noch in Planung und werden bald auf unsere Website bekannt gegeben.

(Interview: Britta/ Fotos: Julia/Britta)

© 2023 Kanusport Harburg e.V. von 1953
Joomla! 3.10.11/ Template Design by vonfio.de
tml> tml>